Die Digitalisierung der Entscheidung

Die Digitalisierung der Entscheidung

Wird uns in naher Zukunft die künstliche Intelligenz alle Entscheidungen abnehmen und somit über unser gesamtes Leben entscheiden?

20.05.2019 | So oder so ähnliche Angstszenarien geistern durch die (digitale) Welt. Nähern wir uns dem Thema „Künstliche Intelligenz“ jedoch von einer weniger emotionalen Ebene, ist erkennbar, dass derlei Szenarien völlig an der Realität vorbei gehen. Zumindest nach dem derzeitigen Wissensstand.

KI und die Ungewissheit

Entscheidungen haben immer etwas mit Unsicherheit zu tun. Die Gründe dafür können mangelnde Faktenlage sein, gänzlich neue Fragestellungen oder auch mehrere Handlungsalternativen, die per se nicht qualifizierbar sind. Möchte ich lieber mit der Familie einen schönen Abend verbringen oder einen schon länger nicht gesehenen Freund treffen. In solchen Situationen ist auch die künstliche Intelligenz nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen.

Schnittstelle Mensch

Mit Sicherheit können wir davon ausgehen, dass uns die Digitalisierung und in weiterer Folge die künstliche Intelligenz mehr Entscheidungsgrundlagen liefern werden. Demgegenüber werden bisherige Entscheidungen jedoch hinfällig. Der Wegfall wird insbesondere dadurch hervorgerufen, dass eine ausreichende Akquise von Informationen situationsbedingt bisher nicht (sinnvoll) möglich war. In Zukunft wird dieses jedoch deutlich einfacher und kostengünstiger sein. Auch diese Sachlage ist nicht neu und genaugenommen ein stetiger Begleiter der menschlichen Entwicklung. Beispiele können hier unzählige genannt werden, die uns zum Teil gar nicht mehr bewusst sind. Wir haben diese bereits im täglichen Leben verinnerlicht, wie etwa Stauumfahrung mithilfe von Navigationssystemen, automatische Prozessabläufe, Autopiloten und viele mehr.

Auswirkungen der Digitalisierung

Die digitalen Möglichkeiten -insbesondere KI- erlauben es uns, immer mehr Informationen vorab sinnvoll zu verdichten und damit als Entscheidungshilfen zu nutzen. Dies gilt sowohl in der Rückwärtsbetrachtung wie auch in der Szenarienerstellung. Als Beispiele seien hier alle denkbaren Formen von Big Data aber auch komplexe wissenschaftlich Modelle genannt.

Die Gefahr lauert jedoch in Situationen, in denen wir selektiv gesteuerten Systemen ausgeliefert werden. Dies kann durch ungenügend durchdachte Systeme erfolgen oder ganz gezielt von Dritten eingesetzt werden, um unser Verhalten zu steuern (Stichwort Google Suchergebnisse, Amazon Empfehlungen, Rankings …).

Fundierte Entscheidungen

Die Digitalisierung der Entscheidung ist somit für uns keine Übergabe der Entscheidung an künstliche Systeme. Es ist vielmehr eine immer weiter voranschreitende Digitalisierung von Entscheidungsgrundlagen und -prozessen, die es uns möglich machen wird, bessere Entscheidungen zu treffen.

 

Harald Straßmair | Geschäftsführender Gesellschafter

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