LinkedIn Xing Facebook Instagram

#Digital Controlling Roadshow am 06.08.2024 | Mehr Erfahren

Kennzahlenanalyse

Definition von Kennzahlenanalyse im operativen Controlling

Die Kennzahlenanalyse im operativen Controlling ist ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Controllings. Sie dient dazu, die finanzielle und operative Leistung eines Unternehmens zu messen und zu bewerten. Hierbei werden verschiedene Kennzahlen herangezogen, um Aussagen über die Effizienz und Effektivität von Geschäftsprozessen zu treffen.

Ziele und Funktionen der Kennzahlenanalyse

Leistungsbeurteilung

Die Kennzahlenanalyse ist ein wichtiger Bestandteil des Controllings und hat verschiedene Ziele und Funktionen. Eines der Hauptziele ist die Leistungsbeurteilung von Unternehmen und deren Teilbereichen. Durch die Analyse von relevanten Kennzahlen können die Leistungen in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens objektiv bewertet und verglichen werden. Hierbei ist es wichtig, die richtigen Kennzahlen auszuwählen, die einen aussagekräftigen Überblick über die tatsächliche Situation bieten.

Effizienzsteigerung

Ein weiteres Ziel der Kennzahlenanalyse ist die Effizienzsteigerung innerhalb des Betriebes. Durch die Identifikation von Stärken und Schwächen in der Leistung können gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz in verschiedenen Prozessen entwickelt und umgesetzt werden. Dies kann zum Beispiel durch den Vergleich von aktuellen Kennzahlen mit den gewünschten Zielwerten oder durch den branchenweiten Vergleich ermöglicht werden.

Entscheidungsunterstützung

Die Kennzahlenanalyse dient zudem als Entscheidungsunterstützung für das Management und andere Entscheidungsträger im Unternehmen. Basierend auf den ermittelten Kennzahlen können sie fundierte Entscheidungen über zukünftige Entwicklungen, Investitionen oder Veränderungen im Unternehmen treffen. Die aussagekräftigen Informationen, die aus der Analyse von Kennzahlen gewonnen werden, sind somit eine wichtige Grundlage für strategische und operative Entscheidungen.

Frühwarnsystem

Schließlich fungiert die Kennzahlenanalyse auch als Frühwarnsystem für mögliche Probleme oder Risiken im Unternehmen. Durch die kontinuierliche Beobachtung und Analyse von Kennzahlen können frühzeitig Trends oder Abweichungen erkannt werden, die auf potenzielle Probleme oder Chancen hinweisen. Dies ermöglicht es dem Management, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen oder Chancen zu nutzen, um die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes zu sichern.

Kategorien von Kennzahlen

Finanzkennzahlen

Finanzkennzahlen sind wichtige Indikatoren für die finanzielle Performance eines Unternehmens. Sie beziehen sich auf die Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Cashflow und liefern Informationen zu Liquidität, Rentabilität, Verschuldung und Eigenkapital. Beispiele für Finanzkennzahlen sind Umsatz, Gewinn, Eigenkapitalquote oder die EBIT-Marge. Diese Kennzahlen sind entscheidend, um die finanzielle Stabilität und die Ertragskraft eines Betriebes beurteilen zu können.

Leistungskennzahlen

Leistungskennzahlen, auch bekannt als operative Kennzahlen, messen die Effizienz und Effektivität der verschiedenen Geschäftsprozesse und Aktivitäten innerhalb eines Unternehmens. Sie sind wichtig, um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens in verschiedenen Bereichen zu beurteilen und Potenziale für Verbesserungen zu identifizieren. Beispiele für Leistungskennzahlen sind Produktivität, Durchlaufzeit, Kapazitätsauslastung oder Qualität.

Prozesskennzahlen

Prozesskennzahlen sind Indikatoren, die sich auf die internen Abläufe und Prozesse eines Unternehmens beziehen. Sie helfen dabei, den Grad der Effizienz und Effektivität in der Umsetzung der Geschäftsprozesse zu bewerten und ermöglichen es, Schwachstellen und Optimierungspotenziale zu erkennen. Beispiele für Prozesskennzahlen sind Durchlaufzeiten, Fehlerquoten, Prozesskosten oder die Anzahl der Rückläufer.

Kunden- und Marktkennzahlen

Kunden- und Marktkennzahlen beschäftigen sich mit der Positionierung des Unternehmens im Markt und der Wahrnehmung durch Kunden. Sie sind entscheidend, um die Attraktivität des Unternehmens und seiner Produkte oder Dienstleistungen im Wettbewerbsumfeld zu bewerten. Beispiele für Kunden- und Marktkennzahlen sind Marktanteil, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung oder die Anzahl der Neukunden.

Kennzahlenanalyse-Methoden

Einzelkennzahlenanalyse

Die Einzelkennzahlenanalyse ist eine Methode der Kennzahlenanalyse, bei der einzelne Kennzahlen betrachtet und ausgewertet werden. Dies ermöglicht eine einfache und schnelle Beurteilung von bestimmten Aspekten in einem Unternehmen. Allerdings kann es durch die isolierte Betrachtung schwierig sein, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge und komplexe Zusammenhänge im Unternehmen vollständig zu erfassen.

Kennzahlensysteme

Um einen umfassenderen Überblick über die Leistungsfähigkeit und Effizienz eines Unternehmens zu erhalten, können Kennzahlensysteme eingesetzt werden. Diese Systeme bündeln mehrere Kennzahlen, die in einem strukturierten Rahmen miteinander verknüpft sind. Dadurch können Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Kennzahlen besser verstanden werden. Einige bekannte Kennzahlensysteme sind:

Du-Pont-Kennzahlensystem

Das Du-Pont-Kennzahlensystem ist ein klassisches Kennzahlensystem, das den Fokus auf die Rentabilität eines Betriebes legt. Es verknüpft Umsatzrendite, Kapitalumschlag und Eigenkapitalquote miteinander, um die Gesamtrentabilität des Betriebes zu ermitteln.

Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard ist ein modernes Kennzahlensystem, das sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Kennzahlen berücksichtigt. Es ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung der Unternehmensleistung, indem es vier Perspektiven miteinander verbindet: Finanzperspektive, Kundenperspektive, interne Prozesse und Lern- und Entwicklungsperspektive.

ZVEI-Kennzahlensystem

Das ZVEI-Kennzahlensystem wurde vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie entwickelt und konzentriert sich auf die Bilanzanalyse und Bewertung der finanziellen Lage von einem Unternehmen. Es umfasst Kennzahlen zur Liquidität, Rentabilität, Kapitalstruktur und Vermögensstruktur.

Benchmarking

Benchmarking ist eine Methode der Kennzahlenanalyse, bei der die Leistung eines Betriebes im Vergleich zu anderen Unternehmen oder Branchenstandards beurteilt wird. Dies ermöglicht es, die eigene Position im Wettbewerbsumfeld besser einschätzen zu können und Potenziale für Verbesserungen aufzuzeigen.

Auswahl und Implementierung von Kennzahlen

Bei der Auswahl und Implementierung von Kennzahlen für die Kennzahlenanalyse sollten Unternehmen einige wichtige Aspekte berücksichtigen, um sicherzustellen, dass die Kennzahlen aussagekräftig und nützlich sind. Dazu gehören:

Relevanz und Zielorientierung

Kennzahlen sollten in erster Linie relevant und zielorientiert sein. Das bedeutet, dass sie sich auf die wichtigsten Aspekte von einem Unternehmen konzentrieren und dazu beitragen, die Unternehmensziele zu erreichen. Beispielsweise sollte eine Kennzahl, die zur Messung der finanziellen Leistung verwendet wird, einen direkten Zusammenhang zur Rentabilität oder Liquidität des Betriebes haben.

Verständlichkeit und Kommunikation

Die ausgewählten Kennzahlen sollten leicht verständlich und kommunizierbar sein. Dies erleichtert die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen und ermöglicht eine effektive Kommunikation von Ergebnissen und Zielen. Eine gute Kennzahl ist einfach zu interpretieren und kann von allen Beteiligten im Unternehmen nachvollzogen werden.

Messbarkeit und Verfügbarkeit der Daten

Kennzahlen müssen messbar sein und auf verfügbaren Daten basieren. Die Datenerhebung sollte zuverlässig und möglichst automatisiert sein, um eine genaue und zeitnahe Auswertung zu ermöglichen. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie über die erforderlichen Datenmaterialien verfügen, um die ausgewählten Kennzahlen zu berechnen und zu analysieren.

Dynamik und Anpassungsfähigkeit

In einem sich ständig verändernden Geschäftsumfeld ist es wichtig, dass Kennzahlen dynamisch und anpassungsfähig sind. Unternehmen sollten regelmäßig überprüfen, ob ihre Kennzahlen weiterhin relevant und nützlich sind, und sie bei Bedarf anpassen. Dabei sollte auch die Entwicklung von Branchentrends und neuen Technologien berücksichtigt werden.

Interpretation von Kennzahlen eines Unternehmens

Die richtige Interpretation von Kennzahlen ist entscheidend für die Aussagekraft und Effektivität der Kennzahlenanalyse. Es gibt verschiedene Ansätze und Methoden, um Kennzahlen richtig zu interpretieren und zu analysieren. Hier sind einige der wichtigsten:

Absolute und relative Kennzahlen

Bei der Interpretation von Kennzahlen ist es wichtig, zwischen absoluten und relativen Kennzahlen zu unterscheiden. Absolute Kennzahlen geben einen direkten Wert an, während relative Kennzahlen Verhältnisse oder Prozentsätze darstellen. Beispielsweise kann der Umsatz eines Betriebes als absolute Kennzahl betrachtet werden, während die Umsatzrendite eine relative Kennzahl ist, die den Umsatz in Bezug auf den Gewinn zeigt. Beide Arten von Kennzahlen sind wichtig, um ein umfassendes Bild der Situation in einem Unternehmen zu erhalten.

Zeitreihenanalyse

Die Zeitreihenanalyse ist ein wichtiger Ansatz bei der Interpretation von Kennzahlen. Dabei werden Kennzahlen über einen bestimmten Zeitraum hinweg analysiert, um Trends und Entwicklungen aufzuzeigen. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre Performance im Laufe der Zeit zu bewerten und mögliche Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Auch die Analyse von Saison- und Konjunkturschwankungen kann mithilfe der Zeitreihenanalyse durchgeführt werden.

Branchenvergleich

Ein Branchenvergleich ist eine weitere wichtige Methode zur Interpretation von Kennzahlen. Dabei werden die Unternehmenskenzahlen mit denen ähnlicher Unternehmen in derselben Branche verglichen. Dies ermöglicht es, die relative Performance des Betriebes im Branchenumfeld zu bewerten und mögliche Stärken und Schwächen aufzuzeigen. Ein solcher Vergleich kann auch im Rahmen des Benchmarking-Prozesses durchgeführt werden.

Soll-Ist-Vergleich

Der Soll-Ist-Vergleich ist eine weitere Methode, um Kennzahlen zu interpretieren. Dabei werden die tatsächlichen Ergebnisse (Ist-Werte) mit den geplanten Zielen (Soll-Werte) verglichen. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre Zielerreichung zu beurteilen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Grenzen und Herausforderungen der Kennzahlenanalyse

Die Kennzahlenanalyse ist ein wichtiges Instrument im Controlling und der Unternehmensführung. Allerdings gibt es auch Grenzen und Herausforderungen, die bei der Anwendung und Interpretation von Kennzahlen zu berücksichtigen sind.

Fehlinterpretation und Manipulation

Eine der größten Herausforderungen bei der Kennzahlenanalyse ist die Gefahr von Fehlinterpretationen und Manipulationen. Da Kennzahlen häufig die Grundlage für Entscheidungen und Beurteilungen bilden, können sie dazu verleiten, Ergebnisse zu schönen oder unerwünschte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu übersehen. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, stets eine kritische und hinterfragende Haltung gegenüber Kennzahlen einzunehmen und sich nicht ausschließlich auf sie zu verlassen.

Komplexität und Informationsüberflutung

Die Vielzahl an verfügbaren Kennzahlen kann zu einer Komplexität und Informationsüberflutung führen. Um den Überblick zu behalten und die relevantesten Kennzahlen für die jeweilige Situation auszuwählen, ist es entscheidend, sich auf die wesentlichen Aspekte zu konzentrieren und eine klare Strategie für die Auswahl und Aufbereitung der Kennzahlen zu verfolgen.

Kurzfristige Fokussierung

Eine weitere Herausforderung bei der Kennzahlenanalyse ist die Tendenz zur kurzfristigen Fokussierung. Da viele Kennzahlen auf aktuellen Daten und kurzfristigen Ergebnissen basieren, können sie dazu führen, dass langfristige Entwicklungen und Zusammenhänge vernachlässigt werden. Um dies zu vermeiden, sollten auch langfristige Kennzahlen und Indikatoren berücksichtigt werden, die einen umfassenderen Einblick in die Entwicklung des Betriebes geben.

Anreiz- und Verhaltensprobleme

Schließlich können Kennzahlen auch Anreiz- und Verhaltensprobleme verursachen. Wenn Mitarbeiter und Führungskräfte ausschließlich anhand von Kennzahlen beurteilt und belohnt werden, kann dies zu unerwünschten Verhaltensweisen führen, wie beispielsweise der Manipulation von Ergebnissen oder dem Ignorieren wichtiger Aspekte, die nicht direkt in Kennzahlen abgebildet werden können. Um solche Probleme zu vermeiden, ist es wichtig, ein ausgewogenes Anreizsystem zu schaffen, das sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren berücksichtigt.

Verständnis von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen in der Kennzahlenanalyse

Ein zentrales Element der Kennzahlenanalyse ist das Verständnis von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen zwischen verschiedenen Kennzahlen. Die Identifizierung solcher Zusammenhänge ermöglicht es, die Effekte von Veränderungen in einem Bereich eines Unternehmen auf andere Bereiche abzuschätzen und so fundiertere Entscheidungen zu treffen.

Ein Beispiel für einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ist der Zusammenhang zwischen Kundenzufriedenheit und Umsatz. Eine hohe Kundenzufriedenheit kann dazu führen, dass Kunden häufiger wiederkommen und das Unternehmen weiterempfehlen, was sich positiv auf den Umsatz auswirkt. Umgekehrt kann eine niedrige Kundenzufriedenheit dazu führen, dass Kunden abwandern und der Umsatz sinkt.

Um solche Zusammenhänge zu identifizieren, ist es wichtig, die zugrunde liegenden Prozesse und Strukturen von einem Unternehmen genau zu analysieren und die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Kennzahlen zu untersuchen. Dabei können auch branchenspezifische Besonderheiten oder externe Faktoren eine Rolle spielen, die in die Analyse einbezogen werden sollten.

Durch das Verständnis von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen können Unternehmen gezielter Maßnahmen ergreifen, um ihre Leistung zu verbessern und langfristig erfolgreich zu sein. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass solche Zusammenhänge nicht immer linear oder eindeutig sind und dass es stets notwendig ist, eine Vielzahl von Faktoren und Wechselwirkungen zu berücksichtigen, um ein umfassendes Bild der Situation zu erhalten

FAQ

Was bedeutet Plan-Plan vergleich?

Der Begriff „Plan-Plan-Vergleich“ bezieht sich auf eine Methode im Controlling, bei der zwei oder mehr Pläne miteinander verglichen werden, um die Effizienz oder Effektivität der geplanten Maßnahmen oder Ziele zu beurteilen. Im Rahmen der Kennzahlenanalyse kann ein Plan-Plan-Vergleich verwendet werden, um unterschiedliche Szenarien oder Strategien gegenüberzustellen und ihre Auswirkungen auf die Kennzahlen zu analysieren.

Im Plan-Plan-Vergleich werden die Annahmen, Ziele und Maßnahmen der verschiedenen Pläne untersucht und ihre Auswirkungen auf die relevanten Kennzahlen ermittelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Erfahren Sie mehr zu unseren Leistungen

* Erforderlich

Mit Absenden dieses Formulars akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen der TD Trusted Decisions GmbH und habe jederzeit ein Widerrufsrecht.